Advent, Advent: Wie ist das jetzt mit den ganzen süßen Leckereien?

Stellen Sie sich diese Frage in der Adventszeit eigentlich auch? Und wie lautet jedes Jahr die Antwort? Für Sie, oder Ihre Kinder? Ganz ehrlich: Bei aller Liebe zur Gesundheit und bei allem Wissen rund um die Gefahren für unseren Körper und natürlich auch für die Zähne – ein ständiges „Nein“ ist mit Sicherheit auch nicht gesund!

Gerade in der Adventszeit kann man doch auf Süßigkeiten und das eine oder andere ausgiebigere Festmahl nur schwer verzichten. Gerade für die Kinder gehören die ganzen Schoko-Nikoläuse, Plätzchen, Lebkuchen und Marzipankartoffeln doch auch zu einer weihnachtlichen Stimmung!

Zucker ist natürlich in jedem Fall nur bewusst und in überschaubaren Dosen zu genießen – egal in welcher Form. Ob natürlich braun, raffiniert weiß oder als klebriger Honig: Zucker führt jede Menge Kalorien zu, die bei mangelnder Bewegung schnell als kleinere oder größere Fettdepots angelegt werden. Und auch für die allgemeine Gesundheit gilt – je weniger Zucker, umso besser!

Zucker schadet den Zähnen nicht

Wie jetzt? Da warnen uns alle Zahnärzte in den Praxen und die Zahnarztfrauen in den TV-Werbespots eindringlich vor allen Lebensmitteln, die auch nur Spuren von Zucker enthalten – und der soll plötzlich den Zähnen nichts anhaben? Streng genommen ist das auch so! Wenn Sie einen Zahn für ewig lange Zeit in Zucker einlegen – es passiert nichts. Aber wir reden hier ja nicht über Zähne, die sich schon von ihrem angestammten Platz im Mund verabschiedet haben. Es geht immer darum, die Zähne zu schützen, die dort noch möglichst lange bleiben sollen.

Zucker ernährt die Bakterien

Selbstverständlich wissen wir, dass Zucker auch für die Karieslöcher in unseren Zähnen verantwortlich ist. Aber nicht der Zucker frisst die Löcher in die sonst so knallharte Zahnsubstanz. Es sind vor allem Säuren, die von den Millionen Bakterien in unserem Mund produziert werden. Säuren, die unsere Zähne angreifen, aufweichen und letztlich für die braunen Stellen und die schwarzen Löcher sorgen. Und diese Bakterien ernähren sich – genau, vom Zucker. Ein Zuviel des Süßen bedeutet hier einfach eine starke Vermehrung der Bakterien.

Saures schmeckt den Zähnen wirklich nicht

Es sind die Säuren in jeder Form, die unseren Zähnen zusetzen. Insbesondere saure Getränke, wie Zitronenlimonaden, Säfte oder Cocagetränke liefern hier eine explosive Mischung aus Säuren und Zucker. Auch Wein oder Salatdressings mit hohem Essiggehalt tragen zur Schwächung des Zahnschmelzes bei.

Aber jetzt bitte keine Panik! Auf all diese Leckereien muss nicht generell verzichtet werden – und schon gar nicht zur Weihnachtszeit. Allerdings sollten Sie sich ein paar Tipps und Hinweise zu Herzen nehmen, um mit gutem Gewissen auch mal naschen zu dürfen.

Süßes nicht in kleinen Portionen über den ganzen Tag verputzen, sondern lieber einmal eine schöne Portion (gerade der ständige Nachschub sorgt für viel Freude bei den Bakterien) süße Zwischenmahlzeiten und Getränke möglichst gemieden werden. Vorsicht bei klebrigen Leckereien wie Lutschern, Karamellbonbons oder Honig (die bleiben schön lange an den Zähnen hängen) stark säurehaltige Lebensmittel wie Zitronensaft, Orangensaft, Apfelsaft, Cola, Limonaden und Wein lieber einschränken nach besonders sauren Sachen mindestens eine halbe Stunde keine Zähne putzen (der angegriffene Zahnschmelz mag die Zahnbürste erst mal nicht) immer mal wieder Vollkorkprodukte und Rohkost naschen (Lebensmittel, die stärker gekaut werden müssen, regen den Speichelfluss an, der die Säure neutralisiert) weil auf Süßes gerne Herzhaftes folgt sollte Käse auf dem Speiseplan stehen (das Protein Kasein und die Mineralstoffe Kalzium und Phosphat bauen den Zahnschmelz wieder auf)

Mundhygiene und die Kontrolle in der Zahnarztpraxis

Wer seine Zähne optimal pflegt und die bakteriellen Beläge regelmäßig – also zweimal täglich – von den Zähnen und aus den Zahnzwischenräumen entfernt, der darf auch mal was Süßes naschen. Und dann freue ich mich natürlich mit meinem Team über Ihren nächsten Kontrollbesuch bei uns in der PODBI344 in Hannover: Gemeinsam schauen wir uns dann an, wie Ihre Zähne die Feiertage überstanden haben!

Festliche Grüße, Ihr Dr. Gerald Schillig

Artikelbild © Edyta Linek

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