Bei der CMD-Therapie müssen die Ärzte zusammenarbeiten

Bei Rückenschmerzen suchen wohl die Wenigsten von Ihnen bei den Zähnen nach der Ursache. Doch der Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer hat enormen Einfluss auf unsere Haltung. Ist diese Bisslage gestört, bringt das die gesamte Statik des Körpers aus dem Lot. Die Folgen können extreme Verspannungen, Nackenschmerzen und Kiefergelenksbeschwerden sein. Zusammengefasst bezeichnen wir diese Situation als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Viele leiden unter diesem Krankheitsbild und wissen es gar nicht.

Hilfe durch ein Netzwerk aus Spezialisten

Das liegt daran, dass CMD viele Gesichter hat und die Symptome oft nicht einfach zuzuordnen sind. Um den Patienten zuverlässig helfen zu können, arbeiten wir mit einem Netzwerk aus Spezialisten zusammen. So können wir bei Bedarf einen Osteopathen, Orthopäden oder HNO-Arzt hinzuziehen. Genauso überweisen uns die Spezialisten Patienten, bei denen die Ursachen für die Beschwerden im Gebiss liegen. Dann sind wir gefragt.

Eine CMD-Therapie beginnt in der Regel mit einer Funktionsanalyse. Dabei tasten wir die Kiefergelenke ab und überprüfen, ob sie bereits in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Oft haben die Patienten Schmerzen beim Öffnen des Mundes und es knackt bei der Kaubewegung. Das können bereits Hinweise sein, dass eine Fehlfunktion vorliegt.

Schnelle Linderung durch die Schienentherapie

Die beheben wir zuverlässig mit einer Schienentherapie. Dabei lösen wir den Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer mit Hilfe einer Kunststoffschiene auf und entspannen die Muskulatur. Oft lindert das die Beschwerden bereits, so dass die Patienten nach einigen Wochen erhebliche Verbesserung der Symptome feststellen. Wenn die Bewegung der Kiefergelenke stark eingeschränkt ist, verschreiben wir zusätzlich Physiotherapie.

Es ist mir sehr wichtig, noch einmal zu betonen: Eine CMD kann der Zahnarzt nicht alleine therapieren! Nur durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kollegen ist es uns möglich, den Patienten zuverlässig zu helfen. Die craniomandibuläre Dysfunktion zeigt sich durch viele Symptome, die nicht direkt auf einen Zusammenhang mit dem Gebiss schließen lassen. Deshalb müssen wir die Kräfte bündeln und detektivisch genau nach der Ursache suchen.

Wenn Sie, liebe Patienten, seit längerer Zeit unerklärliche Kopfschmerzen haben oder Beschwerden im Nacken oder Rücken spüren, denken Sie auch immer an Ihre Zähne. Womöglich stimmt hier etwas nicht, was Ihren Körper aus dem Gleichgewicht bringt.

Herzlichst, Ihr Dr. Gerald Schillig

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