Worauf es bei der Prophylaxe in der Zahnarztpraxis wirklich ankommt! Interview mit Dentalhygienikerin Sylvia Fresmann (DGDH e.V.)

Vorsorge wird in unserer Praxis groß geschrieben! Prävention in Form der zahnmedizinischen Prophylaxe gehört heute zu den zentralen Aufgaben einer Zahnarztpraxis. Hier hat sich ein Wandel vollzogen: vom zahnmedizinischen Reparaturbetrieb vergangener Jahrzehnte, hin zu einem modernen Gesundheitsunternehmen, mit der Aufgabe Zähne gesund zu halten!

Gesund beginnt im Mund

Es ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen und anerkannt, dass die Mundgesundheit einen großen Einfluss auf unsere allgemeine Gesundheit und unsere Lebensqualität hat. So steigen durch bakterielle Entzündungen im Mund – wie die Parodontitis – die Risiken für Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Rheuma. Zudem stehen schöne und gesunde Zähne für Vitalität, Attraktivität und in unserer ästhetisch geprägten Gesellschaft auch für Erfolg.

Prophylaxe in der PODBI344: Wir kümmern uns um Ihre Zähne – von der Geburt bis ins höchste Alter. Zahnersatz wird irgendwann auf jeden von Ihnen zukommen. Und auch hier haben wir deutlich bessere Möglichkeiten der Versorgung, wenn Zähne, Zahnfleisch und Zahnhalteapparat gesund sind.

Prophylaxe ist nicht gleich Prophylaxeparostatus-to-go

Die zahnmedizinische Prophylaxe wird in den Praxen unterschiedlich ausgeführt. Der präventive Aspekt darf dabei aber nicht vernachlässigt werden.

Wir haben uns schon lange dieser Aufgabe verpflichtet und sehen die regelmäßige Prophylaxe als unser wichtigstes Gesundheitsprogramm für Sie und Ihre Familien.
Unsere ausgebildeten Spezialistinnen nutzen die modernsten Qualitätskonzepte, um eine Prophylaxe auf höchstem medizinischen Niveau anbieten zu können. So arbeitet unser Team mit dem Programm ParoStatus.

Hier dokumentieren wir für jeden Patienten den individuellen Status seiner Mundgesundheit. Nach definierten Standards werden Befunde erhoben und die Risiken für parodontale Erkrankungen festgestellt. Auf Basis dieser Ergebnisse können wir weitergehende Maßnahmen oder mögliche Therapien empfehlen und gemeinsam mit Ihnen erfolgreich umsetzen.

fresmann-im-interview-dgdhIm Interview – Sylvia Fresmann

Sylvia Fresmann ist die 1. Vorsitzende der DGDH, der DGDH e.V. Mit ihr haben wir uns zum Thema Prophylaxe unterhalten!

WIE KÖNNEN DURCH PROPHYLAXE GESUNDHEITSRISIKEN ERKANNT UND KRANKHEITEN VERHINDERT WERDEN?

„Wenn wir Krankheiten wie Parodontitis und Karies vermeiden wollen, müssen wir die Risikofaktoren für jeden Patienten individuell erheben, bewerten und dokumentieren. Eine professionelle Prophylaxesitzung beginnt mit der umfassenden Anamnese. Hier fragen wir auch nach dem Putzverhalten, nach Ernährungsgewohnheiten, Medikamenten, Alkohol- und Nikotinkonsum, oder Erkrankungen. Ganz wichtig sind Befunde, wie das Messen der Taschentiefe an jedem einzelnen Zahn. Nur so kann das Ausmaß möglicher Krankheiten erkannt werden – und eine rechtzeitige Behandlung ist möglich. Klinische Parameter und die zuvor genannten individuellen Risikofaktoren sind die Grundlage für die individuelle Einschätzung des Erkrankungsrisikos des Patienten. Auf der Basis dieser Befunde werden Therapie und Behandlung individuell festgelegt.“

WARUM IST PROPHYLAXE IN DER ZAHNARZTPRAXIS NICHT GLEICH PROPHYLAXE?

„Prophylaxesitzungen werden in den Zahnarztpraxen häufig sehr unterschiedlich durchgeführt und organisiert. Die Preise unterscheiden sich ebenfalls sehr stark. Entsprechend unterschiedlich ist auch die Erwartungshaltung der Patienten. Schaut man genauer hin, stellt man sehr schnell fest, dass Behandlungsdauer, einzelne Behandlungsschritte, verwendete Materialien und die Qualifikation der Behandlerinnen von Zahnarztpraxis zu Zahnarztpraxis stark differieren. In der Regel dauert eine professionelle Prophylaxesitzung 60 bis 90 Minuten.“

WIE KANN ES ZU UNTERSCHIEDLICHEN QUALIFIKATIONEN IN DEN PRAXEN KOMMEN?

„Zahnärztekammern und deren Fortbildungsinstitute bieten diesbezüglich gute theoretische und praktische Unterstützung in Form von Kursen und Seminaren. Viele Praxen haben jedoch Schwierigkeiten bei der konkreten praktischen Umsetzung. Qualifiziertes Personal – wie eine DH (Dentalhygienikerin) oder eine ZMP (Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin) ist häufig schwierig zu finden. Deshalb setzen einige Praxen auf kurze Schulungen, gerne auch mal an einem Nachmittag, um eine Zahnarzthelferin für die Prophylaxe zu qualifizieren. Leider fehlen dann häufig das theoretische Hintergrundwissen und die praktische Erfahrung. So können hochwertige Gesundheitskonzepte für den Patienten nicht umgesetzt werden“.

WELCHE GEFAHREN GEHEN VON EINER PARODONTITIS AUS?

„Wenn Patienten unregelmäßig oder selten die Zahnarztpraxis aufsuchen, bleiben Parodontalerkrankungen oft lange Zeit unentdeckt. Schmerzen treten zunächst nicht auf und gelegentliches Zahnfleischbluten wird aus Unkenntnis der Zusammenhänge toleriert. Wird die Parodontitis nicht erkannt, führt sie in letzter Konsequenz zu Zahn- und Implantatverlusten. Zudem haben die chronisch bakteriellen Entzündungen gravierende Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit. Die Risiken für beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rheuma können erheblich steigen!“

WELCHE PATIENTEN SIND IST DENN BESONDERS VON EINER PARODONTITIS BETROFFEN?

„Der letzten Deutschen Gesundheitsstudie zufolge sind fast  75% aller 35- bis 44-Jährigen von einer mittelschweren  bzw. schweren Parodontitis betroffen. Auch wenn mit steigendem Alter das Erkrankungsrisiko noch zunimmt, handelt es sich bei dieser Erkrankung keineswegs um eine zwangsläufige Folge des Älterwerdens. Vielmehr begünstigen z.B. Rauchen, Stress, unzureichende Mundhygiene und systemische Erkrankungen diese ernst zu nehmende Krankheit. Hinzu kommen häufig anzutreffende altersspezifische Problemstellungen, wie freiliegende Zahnhälse, oder Zahnhalskaries.“ 

Vielen Dank für das Interview an Sylvia Fresmann!

Sollten Sie Fragen zu unserem Prophylaxekonzept haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung – sprechen Sie uns einfach an!

Herzlichst, Ihr Dr. Gerald Schillig

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