Beim Zähneputzen färbt sich die Zahnpasta rosa. Im Waschbecken sehen Sie Blut. Fast jeder Mensch erlebt Zahnfleischbluten im Laufe seines Lebens. Entscheidend ist, den Grund zu kennen und richtig zu handeln.

Was Sie in diesem Ratgeber erfahren:

  • Welche Ursachen Zahnfleischbluten hat
  • Wann Sie einen Zahnarzt aufsuchen sollten
  • Was gegen blutendes Zahnfleisch hilft
Portrait Dr. Gerald Schillig, erfahrener Zahnarzt und Implantologe in der Zahnarztpraxis PODBI344 Hannover, Spezialist für Implantologie und Feste Zähne an einem Tag

“Zahnfleischbluten ist häufig das erste Anzeichen einer beginnenden Entzündung. In unserer Praxis können wir mit einer gründlichen Untersuchung die Ursache feststellen und gezielt behandeln. Je früher Sie kommen, desto einfacher lösen wir das Problem.“

Dr. Gerald Schillig

Häufige Fragen zu Zahnfleischbluten

Was verursacht Zahnfleischbluten?

Meist liegt eine bakterielle Entzündung des Zahnfleisches vor. Auch mechanische Reizungen durch zu feste Zahnbürsten oder hormonelle Veränderungen lösen Blutungen aus.

Ist Zahnfleischbluten immer ein Problem?

Einmaliges leichtes Bluten, etwa beim ersten Einsatz von Zahnseide, ist normal. Tritt das Bluten jedoch regelmäßig auf, sollten Sie die Ursache abklären lassen.

Wann sollte ich zum Zahnarzt gehen?

Wenn das Bluten länger als eine Woche anhält, spontan ohne Berührung auftritt oder zusammen mit Schwellungen und Mundgeruch erscheint.

Kann ich Zahnfleischbluten selbst behandeln?

Bei leichten Fällen helfen sanfte Zahnpflege und antibakterielle Mundspülungen. Bei anhaltenden Beschwerden brauchen Sie professionelle Unterstützung.

Warum blutet mein Zahnfleisch?
Die 4 häufigsten Ursachen

Sie kennen das vielleicht: Morgens beim Zähneputzen läuft plötzlich Blut ins Waschbecken. Oder beim Biss in einen Apfel zeigen sich rote Spuren. Ihr Zahnfleisch reagiert auf eine Reizung. Doch welche?

Bakterielle Entzündung (Gingivitis)

Bakterien im Zahnbelag reizen das Zahnfleisch. Es schwillt an und blutet bei Berührung.

Erkennungszeichen:

  • Gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch
  • Bluten beim Zähneputzen oder Essen
  • Mundgeruch

Eine professionelle Zahnreinigung entfernt bakterielle Beläge gründlich. Danach zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Mundhygiene zu Hause verbessern.

Mehr erfahren: Prophylaxe bei PODBI344

Mechanische Reizung durch falsche Putztechnik

Zu starker Druck beim Zähneputzen verletzt das Zahnfleisch. Die Folge: punktuelle Blutungen.

Erkennungszeichen:

  • Bluten an einzelnen Stellen
  • Zahnfleischrückgang an den betroffenen Bereichen
  • Keine Schwellung oder starke Rötung

Nutzen Sie eine weiche Zahnbürste und putzen Sie mit sanften, kreisenden Bewegungen. In der Praxis zeigen wir Ihnen gerne die richtige Technik.

Hormonelle Veränderungen

Während Schwangerschaft, Pubertät oder Wechseljahren reagiert das Zahnfleisch empfindlicher auf Reize. Viele Frauen bemerken dann erstmals Blutungen beim Putzen, obwohl sie ihre Routine nicht verändert haben.

Erkennungszeichen:

  • Zeitlich begrenztes Auftreten
  • Stärkere Reaktion auf Plaque als gewohnt
  • Rückgang nach hormoneller Normalisierung

In diesen Phasen empfehlen wir engmaschigere Prophylaxe-Termine. So erkennen und behandeln wir Entzündungen frühzeitig.

Medikamente und Vorerkrankungen

Blutverdünner, Diabetes oder Vitamin-C-Mangel beeinflussen die Blutungsneigung des Zahnfleisches. Auch bestimmte Blutdruckmedikamente führen zu empfindlichem Zahnfleisch.

Wichtig: Informieren Sie uns über Ihre Medikamente und Vorerkrankungen. Diese Informationen helfen uns, Ihre Behandlung optimal anzupassen.

Selbst-Check:
Wie stark ist Ihr Zahnfleischbluten?

Sie haben Blut bemerkt und fragen sich jetzt: Ist das schlimm? Muss ich sofort zum Zahnarzt? Oder kann ich es erstmal beobachten? Diese Einteilung hilft Ihnen bei der Einschätzung:

Gelegentliches leichtes Bluten

  • Nach längerer Pause beim Zahnseide-Einsatz
  • Nur an einzelnen Stellen
  • Stoppt innerhalb weniger Sekunden

Einschätzung: Beobachten Sie die Situation. Tritt es wiederholt auf, lassen Sie es vom Zahnarzt prüfen.

Regelmäßiges Bluten beim Putzen

  • Fast bei jeder Zahnpflege
  • An mehreren Stellen
  • Zahnfleisch wirkt gerötet

Einschätzung: Vereinbaren Sie einen Termin für eine Kontrolle und professionelle Zahnreinigung.

Starkes oder spontanes Bluten

  • Blutungen beim Essen oder ohne Berührung
  • Geschwollenes, schmerzendes Zahnfleisch
  • Mundgeruch oder unangenehmer Geschmack

Einschätzung: Kontaktieren Sie zeitnah einen Zahnarzt.

Starkes Zahnfleischbluten kann auf eine Parodontitis hinweisen:

Die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. Unbehandelt führt sie zu Zahnfleischrückgang und im schlimmsten Fall zu Zahnverlust. Je früher Sie handeln, desto besser.

Was hilft gegen Zahnfleischbluten?
4 Sofortmaßnahmen

Sie möchten aktiv etwas tun? Das ist möglich. Mit einigen Anpassungen in Ihrer täglichen Routine stärken Sie Ihr Zahnfleisch und reduzieren Blutungen:

  1. Mundhygiene anpassen
    Nutzen Sie eine weiche Zahnbürste. Putzen Sie mit kreisenden statt schrubbenden Bewegungen. Reinigen Sie die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. Gerade in den Zwischenräumen sammeln sich Bakterien, die Entzündungen auslösen.
  2. Antibakterielle Mundspülung nutzen
    Mundspülungen reduzieren Bakterien kurzfristig und ergänzen die mechanische Reinigung. Sie ersetzen das Zähneputzen jedoch nicht. Fragen Sie uns nach geeigneten Produkten – nicht jede Mundspüllösung eignet sich für den Dauergebrauch.
    Diese Maßnahmen greifen ineinander. Die richtige Putztechnik kombiniert mit antibakterieller Unterstützung schafft ein Umfeld, in dem Ihr Zahnfleisch heilen kann. Auch Ihre Ernährung spielt eine Rolle.
  3. Ernährung anpassen
    Vitamin C stärkt das Zahnfleisch von innen. Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse. Reduzieren Sie Industriezucker: Bakterien ernähren sich davon und vermehren sich rasant.
  4. Rauchen aufgeben
    Nikotin verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleisches. Es verzögert Heilungsprozesse und erhöht das Risiko für Parodontitis. Jede nicht gerauchte Zigarette hilft Ihrem Zahnfleisch.

Was nicht hilft:

  • Zahnpflege weglassen („damit es nicht blutet“)
  • Alkoholhaltige Mundspülungen dauerhaft nutzen
  • Ohne Kontrolle abwarten

Behandlung in der Zahnarztpraxis:
So gehen wir vor

Sie kommen in unsere Praxis und fragen sich: Was passiert jetzt? Wir gehen Schritt für Schritt vor:

  • Schritt 1:
    Diagnose stellen
    Zunächst untersuchen wir Ihr Zahnfleisch gründlich. Dabei messen wir die Tiefe eventueller Zahnfleischtaschen. Bei Bedarf fertigen wir Röntgenaufnahmen an. So erkennen wir, ob die Entzündung bereits tiefer ins Gewebe vorgedrungen ist.
  • Schritt 2:
    Professionelle Zahnreinigung
    Unser Prophylaxe-Team entfernt alle bakteriellen Beläge und poliert die Zahnoberflächen. Abschließend tragen wir Fluorid zur Stärkung auf. Viele Patienten bemerken schon nach dieser Reinigung eine deutliche Verbesserung.
  • Schritt 3:
    Mundhygiene-Beratung
    Sie erhalten eine individuelle Beratung zu Ihrer häuslichen Zahnpflege. Wir demonstrieren die richtige Putztechnik, empfehlen passende Hilfsmittel und geben Ihnen Tipps für die Zahnzwischenraumpflege. Was im ersten Moment kompliziert klingt, wird nach wenigen Tagen zur Routine.
  • Schritt 4:
    Weiterführende Therapie bei Bedarf
    Bei fortgeschrittener Entzündung behandeln wir die Parodontitis gezielt: Parodontitis-Behandlung.
    Bei mechanischen Ursachen passen wir die Putztechnik an. Bei Bedarf bauen wir das Zahnfleisch chirurgisch wieder auf.

Mehr zum Thema Zahnfleischrückgang finden Sie hier:

Weitere Fragen zu Zahnfleischbluten

Blutet das Zahnfleisch beim ersten Zahnarztbesuch nach langer Zeit?

Ja, das ist normal. Wenn lange keine professionelle Reinigung stattfand, reagiert das Zahnfleisch empfindlich auf Berührung. Nach der Behandlung und mit verbesserter Mundhygiene verschwindet dieses Problem.

Soll ich trotz Bluten weiter Zähne putzen?

Ja, unbedingt. Nutzen Sie eine weiche Bürste und putzen Sie vorsichtig weiter. Das Weglassen der Zahnpflege verschlimmert das Problem. Die Bakterien vermehren sich ungehindert und die Entzündung breitet sich aus.

Wie lange dauert es, bis Zahnfleischbluten verschwindet?

Bei konsequenter sanfter Mundhygiene und nach professioneller Zahnreinigung dauert es meist ein bis zwei Wochen. Bleibt das Bluten länger bestehen, lassen Sie es kontrollieren.

Helfen Mundspülungen gegen Zahnfleischbluten?

Mundspülungen mit Wirkstoffen wie Chlorhexidin (CHX) helfen bei akuten Entzündungen. Langfristig braucht es mechanische Reinigung durch Zähneputzen und professionelle Zahnreinigung. Bakterien lassen sich nicht allein durch Spülen entfernen.

Kommt Zahnfleischbluten wieder zurück?

Das hängt von der Ursache ab. Beseitigen Sie diese nicht, kehrt das Bluten zurück. Regelmäßige Prophylaxe alle sechs Monate beugt vor und erhält Ihr Zahnfleisch gesund.

 

Sie haben Zahnfleischbluten bemerkt?
Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis. Wir finden die Ursache und behandeln sie gezielt: