Zahnpflege im Alter:
Worauf kommt es ab 60 an?
Sie profitieren ein Leben lang von einer guten Mundhygiene. Ab 60 sollten Sie drei Dinge anpassen. Zahnhälse liegen häufiger frei und brauchen mehr Schutz. Der Mund ist oft trockener, deshalb zählt jedes Glas Wasser. Augen und Hände arbeiten anders, darum hilft eine Bürste, die Ihnen Arbeit abnimmt. Mit dieser Routine und regelmäßiger Prophylaxe behalten viele Menschen ihre eigenen Zähne bis ins hohe Alter.
Diese Fragen beantworten wir:
- Was verändert sich an Zähnen und Zahnfleisch im Alter?
- Welche Zahnpflege ist für Senioren sinnvoll?
- Wie unterstützt die Prophylaxe Ihre Gesundheit im Alter?
Zahnpflege für Senioren:
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Was ändert sich an der Zahnpflege im Alter?
Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste: Was ist ab 60 besser?
Wann sollten Sie zwischen den Prophylaxe-Terminen in die Praxis kommen?
„Seit über 30 Jahren arbeite ich als Zahnarzt. Manche Patienten begleiten wir schon über Jahrzehnte. Wer mit 80 noch auf eigenen Zähnen kaut, verdankt das meist einer guten Pflegeroutine in Kombination mit regelmäßiger Vorsorge. Das zeigt auch die Forschung: Wer regelmäßig zur Prophylaxe geht, hat die besten Chancen, seine Zähne bis ins hohe Alter gesund zu halten.“
– Dr. Gerald Schillig, Implantologe und Spezialist für Zahnersatz auf Implantaten
Zähne und Zahnfleisch im Alter:
Welche Veränderungen sollten Sie kennen?
Beim Aufwachen klebt die Zunge am Gaumen. Und der erste heiße Schluck Kaffee zieht plötzlich an einem Zahn. Solche kleinen Signale zeigen: Ihr Mund verändert sich.
Freiliegende Zahnhälse
Mit den Jahren zieht sich das Zahnfleisch oft ein Stück zurück. Dann liegt ein Teil der Zahnwurzel frei. Anders als die Zahnkrone hat die Wurzel keinen Zahnschmelz als harte Schutzschicht. Karies findet dort leichter Halt. Fast 6 von 10 Menschen zwischen 65 und 74 Jahren haben Wurzelkaries (Karies an der freiliegenden Zahnwurzel).
Weniger Speichel im Mund
Speichel ist der natürliche Schutz Ihrer Zähne:
- Er spült Essensreste weg.
- Er neutralisiert Säuren nach dem Essen.
- Er versorgt den Zahnschmelz mit Mineralien.
Im Alter bilden die Speicheldrüsen oft weniger davon. Häufig stecken auch Medikamente dahinter, etwa gegen Bluthochdruck oder Depressionen. Ein trockener Mund begünstigt Karies und Entzündungen.
Augen und Handmotorik verändern sich
Ohne Lesebrille sehen Sie weiche Beläge am Zahnfleischrand kaum. Sind die Finger weniger beweglich, lassen sich Zahnseide und kleine Bürsten schwerer führen. So bleiben gerade an schwer erreichbaren Stellen Beläge zurück.
Freiliegende Zahnhälse hängen oft mit einem Rückgang des Zahnfleischs zusammen. Wie er entsteht und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier:
Zahnpflege für Senioren:
So passen Sie Ihre Routine an
Viele Menschen über 60 haben neben ihren eigenen Zähnen auch eine Krone, eine Brücke oder ein Implantat. Jede dieser Versorgungen ist ein Stück Präzisionsarbeit und verdient die passende Pflege. Mit ein paar gezielten Anpassungen schützen Sie Ihre Zähne und Ihren Zahnersatz für viele Jahre.
Fluorid für freiliegende Zahnhälse
Fluorid macht die Zahnoberfläche widerstandsfähiger und schützt freiliegende Wurzeln vor Karies. Putzen Sie zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Spucken Sie danach nur aus, ohne mit Wasser nachzuspülen. So wirkt das Fluorid länger. Bei erhöhtem Kariesrisiko kann eine höher dosierte Zahnpasta sinnvoll sein. Das besprechen wir mit Ihnen gerne beim nächsten Vorsorgetermin.
Zwischenräume und Übergänge reinigen
- Interdentalbürsten in der passenden Größe reinigen breitere Zwischenräume gründlich.
- Achten Sie auf die Übergänge zwischen Zahn und Krone. Dort sammeln sich gern Beläge.
- Bürstchen mit langem Griff lassen sich leichter führen, wenn die Finger weniger beweglich sind.
- Für Implantate gelten eigene Regeln. Wie Sie sie richtig reinigen, lesen Sie hier: Implantate reinigen
Herausnehmbarer Zahnersatz
Nehmen Sie Ihre Prothese oder Teilprothese nach dem Essen heraus und spülen Sie sie unter fließendem Wasser ab. Einmal täglich reinigen Sie sie gründlich mit einer eigenen Prothesenbürste. Ein Handtuch im Waschbecken fängt den Zahnersatz auf, falls er herunterfällt. Reinigen Sie auch Gaumen und Kiefer, auf denen die Prothese aufliegt.
Hilfe bei trockenem Mund
Trinken Sie über den Tag verteilt Wasser oder ungesüßten Tee.
Zuckerfreier Kaugummi regt den Speichelfluss an.
Trocknet ein Medikament Ihren Mund aus, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie es bitte nie eigenmächtig ab.
In der professionellen Zahnreinigung entfernt unser Prophylaxe-Team die Beläge, die zu Hause zurückbleiben. Dabei zeigen wir Ihnen, welche Hilfsmittel zu Ihren Zähnen und Ihrem Zahnersatz passen. Mehr lesen Sie hier:
Gesund älter werden:
Was Ihre Zähne für Ihren Körper leisten
Freunde laden zum Grillabend ein. Auf dem Tisch: Rohkost, Nüsse und ein Steak. Wer kräftig zubeißen kann, greift einfach zu.
Gut kauen, vielfältig essen
Gesunde Zähne entscheiden mit, was auf Ihren Teller kommt. Wer gut kaut, isst abwechslungsreicher und genießt mehr. Auch die Ernährung wirkt zurück auf Zähne und Zahnfleisch. Wir beraten Sie auf Wunsch zu einer Ernährung, die beides unterstützt: Biologische Zahnmedizin
Mund und Körper
Entzündungen im Mund belasten den ganzen Körper. Studien zeigen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen hängen mit Parodontitis zusammen. Neue Daten deuten darauf hin, dass auch fehlende Zähne eine Rolle spielen. Wer seine Zähne lange gesund hält, tut also seinem Herzen etwas Gutes.
Ihre Prophylaxe in der PODBI344
Wir messen bei jedem Termin, wie stark Ihr Zahnfleisch blutet und wie tief die Zahnfleischtaschen sind. Daraus leiten wir Ihr persönliches Risiko für Karies und Parodontitis ab.
Den Befund und unsere Empfehlungen erhalten Sie schriftlich zum Nachlesen für zu Hause.
Ihre Prophylaxe ist die Grundlage für viele gesunde Jahre mit eigenen Zähnen. Wie unser Prophylaxe-Konzept funktioniert, lesen Sie hier:
Häufige Fragen zur Zahnpflege im Alter
Hilft eine Mundspülung bei trockenem Mund?
Wie oft sollte ich meine Zahnbürste wechseln?
Tauschen Sie Zahnbürste oder Bürstenkopf spätestens alle drei Monate aus. Stehen die Borsten früher ab, wechseln Sie früher. Abgenutzte Borsten erreichen den Zahnfleischrand schlechter.
Wie können Angehörige bei der Zahnpflege helfen?
Schafft ein Elternteil das Putzen nicht mehr allein, hilft ein fester Ablauf zur gleichen Tageszeit. Die Person sitzt dabei am besten aufrecht, zum Beispiel vor dem Waschbecken. Kommen Sie gern gemeinsam zum Prophylaxe-Termin, dann zeigen wir Ihnen beiden die passenden Handgriffe.
Wer trägt die Kosten der Prophylaxe?
Die professionelle Zahnreinigung zahlen Sie in der Regel selbst. Viele Krankenkassen beteiligen sich über Bonusprogramme, auch eine Zahnzusatzversicherung kann einspringen. Auf Wunsch erstellen wir Ihnen einen Kostenplan für Ihre Krankenkasse.
Sie möchten Ihre Zahnpflege auf die kommenden Jahre ausrichten?
Unser Prophylaxe-Team in Hannover schaut sich Ihre Zähne und Ihren Zahnersatz genau an. Gemeinsam stellen wir die Pflege zusammen, die zu Ihnen passt. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin: