Die richtige Ernährung: Gesunde Zähne – gesunder Mensch!

Viele verschiedene Nahrungsmittel für eine gesunde Ernährung

„Man ist was man isst“, diesen Spruch haben Sie sicher schon alle einmal gehört oder gelesen. Die Ernährung ist eines der zentralen Themen in unserem Leben, bestimmt Sie doch Lebensqualität, Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Aussehen. Die Zähne spielen hier natürlich eine große Rolle, beginnt doch hier der gesamte Prozess der Nahrungsaufnahme. Ohne Zähne fehlt uns was – nämlich ein wichtiges Instrument für ein gesundes Leben. Deshalb widmen wir uns in diesem Beitrag verschiedenen Aspekten einer Ernährung, die auch den Zähnen schmeckt.

Welchen Einfluss haben alternative Ernährungsformen wie low-carb oder paleo auf die Zahngesundheit?

Wir wissen, dass unsere Zahngesundheit von vielen Faktoren beeinflusst wird:

  • von der Reinigung der Zähne
  • von säurehaltigen Lebensmitteln
  • von der Zufuhr an Zucker
  • von der allgemeinen Gesundheit und unserem Immunsystem.

Deshalb können bestimmte Ernährungsformen wie „low-carb“ (stark reduzierte Kohlehydrate) oder „paleo“ (die steinzeitliche Ernährung der Jäger und Sammler) durchaus gut für unsere Zahngesundheit sein. Die Reduzierung von Kohlenhydraten und Milchprodukten etwa führt zu einer Veränderung der bakteriellen Besiedelung unserer Darmschleimhaut. Und das hat einen positiven Einfluss auf das im Darm angesiedelte Immunsystem.

Was ist die perfekte Ernährung für gesunde Zähne?

Unsere Verdauung beginnt bereits im Mund. Wenn wir intensiv und bewusst kauen, statt die Nahrung hektisch und schnell zu schlucken, wird der Speichelfluss angeregt. Es geht also nicht nur um das, was wir essen, sondern auch um das „wie“. Zuviel zucker- und säurehaltige Getränke und Speisen sind ungesund. Süßigkeiten fördern Kariesbakterien in den Zahnfleischtaschen und demineralisieren den Schmelzmantel unserer Zähne durch Säurebildung. Gleiches bewirken säurehaltige Getränke. Es kommt zu einem Absinken des pH-Wertes und damit zu einem Angriff auf die schützende Oberfläche des Zahnes.

Muss man also für gesunde Zähne komplett auf Süßes verzichten?

Ich kann jeden beruhigen, der gerne einmal Süßes nascht. Allerdings sollten sie stark zucker- und säurehaltige Nahrungsmittel nicht über den Tag verteilt zu sich nehmen. Sonst füttert man die Bakterien immer wieder und die Säureproduktion im Mund steigt an. Ein Tipp: Wenn man anschließend den Säurespiegel mit Wasser neutralisiert, steigt der ph-Wert wieder an und eine Beschädigung der Zahnoberfläche wird weitgehend vermieden.

Wie hängen Ernährung, Immunsystem und Zahngesundheit zusammen?

Ein wesentlicher Anteil unseres Immunsystems hängt mit dem Darm zusammen. Das heißt, die Funktion des Darmes steuert das Immunsystem mehr, als die meisten vermuten. Nehmen wir zum Beispiel Nahrung zu uns, die Allergene enthält, kann es zu einer Überreaktion im Darmbereich kommen. Erfolgt die Beeinflussung des Darmes durch Allergene regelmäßig, wirkt sich das auch auf das allgemeine Immunsystem aus. Und folglich kann auch das immunologische und bakterielle Gleichgewicht im Mundraum gestört werden.

Welche Tipps für den Alltag sollte jeder kennen, der auf eine gesunde Ernährung für die Zähne achten will?

Nehmen Sie nicht zu viele kleine Mahlzeiten zu sich: der ph-Wert sinkt sonst permanent auf einen kritischen Wert ab. Essen Sie besser drei- bis viermal konzentriert am Tag. Danach nicht gleich die Zähne putzen, sondern erst die Neutralisierung der Säure und die Re-Mineralisierung der Zahnoberfläche abwarten und den Mund nur gut ausspülen. Etwa 30 Minuten nach dem Essen sollte man die Zahnbürste zur Hand nehmen. Essen Sie weniger Kohlenhydrate, dafür mehr Rohkost und Gemüse. Vorsicht ist bei zu viel Obst geboten: Durch die Säurebildung wird der Zahnschmelz angegriffen.

Aber nicht nur die Zähne selbst werden durch die Ernährung beeinflusst. Auch der Zahnhalteapparat und damit der umgebende Kieferknochen sind für die langfristige Gesunderhaltung des Gebisses wichtig. So fördert die ausreichende Zufuhr von Vitamin D den Knochenstoffwechsel. Deshalb: Genießen Sie sonnige Herbst- und Wintertage und gehen Sie vor die Tür oder nehmen Sie Vitamin D über Tabletten ein.

Stichwort Fluoride und Nahrungsergänzungsmittel: Warum sind sie immer wieder Bestandteil von Diskussionen?

Über Zahncremes, Nahrung und Tabletten zugeführte Fluoride sollen den Zahnschmelz härten und weniger angreifbar für schädliche Bakterien machen. Dieser Wirkung ist grundsätzlich bewiesen. Diskutiert wird jedoch, wieviel Fluorid täglich dafür notwendig ist und ob es bei einer ausgewogenen Ernährung überhaupt erforderlich ist, es als Nahrungsergänzung hinzuzufügen. Fluorid steht nämlich andererseits im Verdacht, toxisch zu wirken.

Eine ausgewogene Ernährung beinhaltet alle Nahrungsstoffe, die der Körper zum Erhalt der Funktion jeder einzelnen Zelle braucht. Damit ist auch die Funktion des Immunsystems gewährleistet. Das heißt auch, dass die einzelnen Bausteine in der Nahrung nicht übermäßig vertreten sind. #WeltErnaehrungsTag

Der häufige Verzehr von kurzkettigen Kohlenhydraten, die zum Beispiel in Chips und Süßigkeiten enthalten sind, entspricht der Auffassung einer ausgewogenen Ernährung ebenso wenig wie die permanente Zufuhr fetthaltiger Nahrung. Während Zucker unter anderem schädliche Bakterien im Mund begünstigt, hat das Fett hier keinen Einfluss. Zuviel Fett verschiebt jedoch den allgemeinen Stoffwechsel in eine ungünstige Richtung, mit einhergehender Erhöhung der Blutfettwerte und Einlagerung im Gewebe.

Weitere Tipps und Informationen geben wir Ihnen gerne persönlich in Ihrer Zahnklinik PODBI344 in Hannover!

Herzlichst, Ihr Dr. Gerald Schillig

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